Jan Hendrik Gronewold absolviert im Sportverein ein Freiwilliges Jahr Sozial is auf‘m PlatzLahausen - Von Philipp KösterWas tun nach der Schule? Zwar gibt es keinen Wehrdienst mehr, aber wer sich noch unschlüssig ist, welchen weiteren Ausbildungsweg er oder sie nehmen möchte, kann sich für den mehrmonatigen Bundesfreiwilligendienst entscheiden oder ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ und FÖJ) absolvieren. Nicht nur in der Gemeindeverwaltung kommen die jungen Leute unter, sondern auch immer mehr in Vereinen. Jan Hendrik Gronewold zum Beispiel ist seit August FSJler in der Fußballsparte des TSV Weyhe-Lahausen. Der 20-Jährige ist dort ausdrücklich nicht der „Puffi“ vom Dienst, sondern macht einen vielfältigen Job. „Ich schneide keine Hecken, wie ich es von anderen FSJlern gehört habe, und bin hier auch nicht das Mädchen für alles.“ Vielmehr kümmert er sich in verschiedenen Gruppen um Kinder und Jugendliche im Verein. Los geht es mit den Drei- und Vierjährigen. In der KGS Leeste führt er sie an den Umgang mit dem Ball heran. Das muss aber nicht nur ein Fußball sein. „Ich setze auch Volleybälle und Handbälle ein“, sagt Jan Hendrik Gronewold. Wichtig ist dem jungen Mann, dass die Kinder an den Sport herangeführt werden, und „nicht später nur vor der Playstation herumsitzen“. Die Älteren beschäftigt der 20-Jährige nur noch mit dem Fußball: Selbst Keeper beim TV Stuhr und mit Erfahrung in ambitionierten Mannschaften des FC Oberneuland und von Werder Bremen, zeigt Jan Hendrik den Torhütern von der E- bis zur B-Jugend, wie sie ihr Spiel verbessern. „Wichtig is auf‘m Platz“, heißt eine alte Fußballerweisheit, aber der junge Mann, der im Sommer sein Abitur am Syker Fachgymnasium gebaut hat, erledigt auch einen Schreibtischjob. So kümmert sich Gronewold darum, dass die Pässe der Spieler in Ordnung sind, arbeitet an der Erstellung eines Abteilungskonzeptes, das so etwas wie die Philosophie des Vereins und der Sparte widerspiegeln soll. Außerdem plant er das soziale Projekt „Kids in the Clubs“ mit, bei dem es darum geht, Kindern und Jugendlichen, die aus finanziell schwachem Elternhaus kommen, die Teilhabe an Vereinsangeboten zu ermöglichen. Insgesamt kommt Jan Hendrik mit Vorbereitungen der Übungseinheiten und Schreibtischdienst auf einen Sieben-Stunden-Tag. Reich wird der FSJler nicht, sein Taschengeld finanziert der TSV Weyhe-Lahausen über den ASC Göttingen, der den FSJ-Dienst in vielen Vereinen verwaltet. Doch im Vordergrund steht ohnehin der Spaß an der Arbeit. Und den hat Jan Hendrik. Im Sommer ist der Spaß vorbei. Danach geht der Ernst los, voraussichtlich bei einem Wirtschafts- oder Sportmanagementstudium.
Last changed: 05.02.2012 at 19:32:38 zurück |
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