Quelle Weser Kurier:
"Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel noch drehen könnten", gab "Amme" freimütig zu. Gegenüber Andreas Schultalbers strahlte nach dem zweiten Dreier in Folge, mit dem der Fehlstart ausgemerzt wurde. "Die Tore sind zum idealen Zeitpunkt gefallen. "Schulti" meinte damit das 2:1 durch Kim-Leong Chung (44.) und Andre Sommerfelds 3:1 nach sehenswertem Alleingang (47.). Aber schon vorher hätte der SVMS klar führen müssen. Doch Frank Sieling (35.) glich Mörsens Führung durch Libero Michael Becker (20.) aus. Nach dem 1:3 ging bei Lahausen gar nichts mehr. Und wäre Mörsens Top-Scorer Serdar Uludasdemir dabei gewesen, wäre der Sieg vielleicht deutlicher ausgefallen. So wurde Keeper Tobias Wetjen zum besten Akteur beim Verlierer. TSV Weyhe-Lahausen: Tobias Wetjen - Sieling (75. Stefan Wetjen), Ruhe, Paix, Klatte, Sürstedt, Rahier, Karaca, Rösner (59. Böttcher), Bock (70. El Chehab), Wittrock. SV Mörsen-Scharrendorf: Bartels - Becker - Meyer, Sander (74. Drunagel) - Wolter (62. Benjamin Sommerfeld), Bollhorst, Oszczapinski (88. Ebenthal), Beuke - Chung, Andre Sommerfeld.
Trotzdem stellte Helmut Suhr, der den beruflich verhinderten Trainer Jürgen Maltzahn vertrat, fest: "Wir haben die Partie in der ersten Halbzeit verloren." Und damit hatte er zweifelsfrei recht. Vor dem Wechsel fehlte den Aktionen der Gastgeber die nötige Präzision. Entweder kam der entscheidende Pass in die Spitze nicht an, oder es haperte bereits im Aufbau. Wagenfeld hatte leichtes Spiel - auch und gerade beim Führungstreffer. Das funktionierte ganz einfach: Eckball Torben Maas, Kopfball Mirco Seidel, Tor (28.). Und wäre Gästestürmer Dennis Mentner nicht vier Minuten später völlig freistehend an Sudweyhes Keeper Mirko Meyer gescheitert - die Platzherren hätten bereits zur Pause entscheidend zurückgelegen. So aber kamen sie deutlich schwungvoller und entschlossener aus der Kabine. Jetzt rollte der Ball wesentlich durchdachter durch die eigenen Reihen und wurde Wagenfelds Defensive permanent unter Druck gesetzt. Gästetorwart Matthias Herbst verriet dabei wiederholt diverse Schwächen, ausnutzen konnte sie Sudweyhe jedoch nicht. Das Tor schien wie vernagelt. Zumindest das gegnerische. Denn in der 69. Minute trafen die Hausherren doch noch - ins eigene Gehäuse. Arne Janssen lenkte eine Hereingabe von Julian Marquardt entscheidend ab. Damit war der Widerstand des letztjährigen Bezirksligisten gebrochen. Die 25-minütige Drangphase fand ihr abruptes Ende, während Wagenfeld eine bemerkenswerte Schlussoffensive einläutete. "Das 0:2 hat uns das Genick gebrochen", befand Helmut Suhr hinterher. Ein Kopfball von Dennis Mentner (79.) und ein Abstauber von Christopher Lampe (87.) machten aus einer Nur-Heimniederlage eine deprimierende Klatsche. Eine Klatsche, die nach dem Wechsel besiegelt wurde, ihren Ursprung aber in den ersten 45 Minuten hatte.
Es war ein Klassenunterschied zu spüren zwischen den beiden Absteigern aus der Bezirksliga. "Wir mussten gar nicht an unsere Grenzen gehen", zeigte sich Vilsens Trainer Wilfried Feldhaus erstaunt und fügte an: "Aber sechs Tore muss man auch erst mal schießen." Die Vilser waren mit zwei Spitzen und damit offensiver als in den letzten Partien angetreten. In Bestform präsentierte sich das Mittelfeld mit dem vierfachen Wellmer, dem unermüdlichen Vorbereiter Heinrich Büntemeyer, Matthias Hansack und Marcel Alpert. "Heinrich und Björn haben ihre Erfahrung eingesetzt", kommentierte Feldhaus. Der SV Bruchhausen-Vilsen ging von Beginn an drauf und setzte mit großer Spielfreude die Vorgaben des Coaches um. Die Tore waren allesamt herausgespielt, wobei Vilsen auch die Außenpositionen geschickt einsetzte. Der TVN konnte allenfalls in der ersten Viertelstunde mithalten. Doch dann wurde das Team des enttäuschten Trainers Bernd Horrmann von den Toren von Tobias Witte (27.), Hansack (30.) und Wellmer (38., 42., 70., 78.) überrollt. "Schön, dass wir von Beginn an oben in der Tabelle dabei sind", fand Feldhaus noch einen netten Nebeneffekt des Torfestivals. SV Bruchhausen-Vilsen: Bobrink - Mewes, Lampa, Schlechter, Röper - Wellmer, Büntemeyer (80. Meyer), Alpert (85. Michou), Hansack - Witte, Dahnke (85. Schröder).
"Ich bin zehn Jahre älter geworden", stöhnte SVH-Coach Frank Drechsler hinterher. "Und ehrlich gesagt, war unser Sieg auch nicht verdient." Doch das wiederum störte seine Spieler nicht, als sie auf den Matchwinner Rene Rohlfs zustürmten, der gerade mit seinem dritten Treffer das 4:3 erzielt hatte. Es war die sechste Minute der Nachspielzeit, und Heiligenfelde hatte gerade 120 Sekunden zuvor schon größte Glücksgefühle erleben dürfen. Denn in Minute 94 hatte Andre Kucharski zum 3:3 ausgeglichen. Damit war der SVH eigentlich schon gut bedient, denn so richtig spielte er erst in der letzten halben Stunde auf. Da hatte Rohlfs zum 2:3 verkürzt (62.). Zuvor hatte Lessen mit einem Doppelpack (50., 53.) für das 3:1 gesorgt. "Wir haben uns dann endlich die Chancen erarbeitet", fasste Drechsler zusammen. "Und dass man auswärts einen solchen Rückstand aufholt, schafft auch nicht jede Mannschaft." Die erste Hälfte war übrigens ausgeglichen und weniger spektakulärer verlaufen. Dahm hatte Lessen in Führung gebracht (19.), Rohlfs glich auf Vorlage von Weseloh aus (31.). SV Heiligenfelde: Gerlach - Honscha, Fleitling (29. Janshen, 78. Schmidt), Diers, Lindhorst, Volkmann, Weseloh, Rohlfs, Kucharski, Stöver, Obst (46. Jamer).
Im Duell der beiden Schießbuden der Liga (jeweils 19 Gegentore nach fünf Spielen) hatte der SCT in Hälfte zwei einfach mehr zuzusetzen. Die Hachetaler beklagten zwar eine auch aus Sicht des Gegners überzogene rote Karte, die Schiedsrichter Gunnar Falldorf Jendrik Behrens gezeigt hatte (56.). Doch es lag nicht nur an der Unterzahl, dass das Team von Trainer Hans Kramme überhaupt nicht mehr ins Spiel kam. Schon vorher hakte es, während der Einsatz zunächst stimmte. Martin Jürgens hatte kurz vor dem Platzverweis den SCT per Strafstoß in Führung gebracht (52.). Es war der zweite Elfmeter für die Gäste. Doch Kevin Krowiorsch hatte den ersten vergeben (25.). "Zu der Zeit war die Partie noch ausgeglichen", kommentierte Hachetals Co-Trainer Kim Kohröde eine Darbietung, in der beide Teams auf Kampf setzten. Kein Wunder, schließlich wollte gerade der FC AS die 0:11-Pleite der Vorwoche wett machen. Doch für Twistringen erzielte Oldie Jürgens noch das 2:0 (76.), ehe Julian Fuhrmann auf 3:0 erhöhte (82.). FC AS Hachetal: Fehner - Hennecke, Butt, Jäschke, Knake, Eickhoff, Barmbold, Svend Kafemann, Jan-Dirk Kafemann (71. Kohröde), Behrens, Logemann (65. Endrikat). SC Twistringen II: Hjortskov - Deepe, Warneke, Rösler, Krowiorsch, Jürgens, Schmahl, Kuhangel (80. Müller), Fuhrmann (72. Lameyer), Fadi Mostafa, Funke (83. Wilkens).
Last changed: 14.09.2008 at 23:00:00 zurückKommentareKommentar hinzufügen |

diese Seite gefällt ihnen, oder sie haben etwas Interessantes entdeckt, dann empfehlen sie uns doch 







