Quelle Weser Kurier:
"Wir arbeiten vor allem im koordinativen Bereich. Die Jungs und Mädchen lernen, mit dem Ball umzugehen, überhaupt ein Gefühl für ihn zu entwickeln", erklärt Gunther Köhler. Er ist Trainer im Fußballkindergarten, und er ist einer, der nicht zufällig zu diesem (Ehren-)amt gekommen ist. "Die Ballschule Nord ist ein Baustein unserer Aktivitäten", ergänzt der TSV-Spartenleiter Rainer Dismer. Auf dieser Basis sei sie eine Kooperation mit Weyhe-Lahausen eingegangen, die wiederum spezielle Schulungsmaßnahmen begünstigte. "Wir haben im Jahr 2008 16 Trainer für den Nachwuchsbereich ausgebildet", erzählt Dismer nicht ohne Stolz. Die Übungsleiter, alle mit der C-Lizenz ausgestattet, mussten 120 Unterrichtsstunden inklusive Prüfung hinter sich bringen, um die Qualität der fußballerischen Betreuung in Lahausen möglichst hoch zu halten. Dies sei nun gewährleistet, findet Dismer und braucht als Beweis seiner These den Kopf nur ein wenig nach rechts zu drehen. Dort steht nämlich Gunther Köhler, und der kann einiges (Gutes) aus der Praxis berichten. "Unser Konzept greift bis in den E- und D-Junioren-Bereich", sagt er und verweist auf Übungen und Spielformen, "die wir als Erwachsene nicht geregelt kriegen würden". Seine Kinder aber schaffen das - eben, weil sie von Klein auf darauf geeicht werden, wobei die reine Lust am Spiel absolut im Vordergrund steht. Ein Leistungsgedanke ist bei den Jüngsten nicht nur verpönt, er ist überhaupt nicht existent. Das versichert Rainer Dismer und erhält ein zustimmendes Nicken vom Kollegen Köhler. Dass beim TSV Weyhe-Lahausen sinnvoll und zielgerichtet gearbeitet wird, scheint sich herumgesprochen zu haben. Der Zulauf im Nachwuchsbereich, sei riesig, versichern die beiden. Und der Fußballkindergarten scheint als Einstieg geradezu maßgeschneidert zu sein. Zurzeit sind dort 27 Kinder aktiv, davon "eine Handvoll Mädchen", sagt Gunther Köhler. Und es würden von Einheit zu Einheit mehr. "Die erzählen ihren Freunden vom Fußballkindergarten und bringen sie beim nächsten Mal einfach mit." Viele bleiben - und bilden ein beachtliches Fundament, das die momentan 24 (!) Jugendteams mit neuen Spielern versorgen soll. 24 Mannschaften voll mit jungen Fußballern - eine erstaunliche Zahl. Und eine Zahl, die Bestätigung und Verpflichtung zugleich ist. Weshalb? "Wir nutzen die Anlage des SC Weyhe", erklärt Rainer Dismer, der außerdem im TuS Sudweyhe einen populären Klub in nächster Nachbarschaft weiß. Die TSV-Talente spielen also bei den größeren Vereinen unmittelbar vor - im Grunde ist das so. Außerdem sind die Hallennutzungszeiten im Winter und die Platzbelegungsmöglichkeiten im Sommer nicht immer so üppig, wie es eigentlich sein müsste. Kapazitätsprobleme sind ständige Probleme. Die Ausgangslage für den TSV ist demnach nicht die optimalste. Dismer spricht von einem "schwierigen Umfeld". "Mit viel Fantasie kann man die Kinder aber dennoch begeistern", versichert Gunther Köhler. "Von eher eingefahrenen Strukturen, die man aus dem Herrenbereich kennt, sollte man sich bei so etwas wie unserem Kindergarten schnell wieder verabschieden." Also werden Trainingspläne speziell auf die "Little Lions" zugeschnitten. Abwechslungsreich und individuell. Und selbst im Meisterschaftsbetrieb der G- und F-Junioren spielten andere Faktoren als die reine Leistung eine entscheidende Rolle. "Das sind Teams, wo die Kinder untereinander eng befreundet sind und auch gemeinsam spielen wollen", erzählt Rainer Dismer. Solch kleine Gemeinschaften zu brechen, sei heikel und wird von den Verantwortlichen deshalb gerne vermieden. Erst ab dem E-Junioren-Bereich nähmen die nackten Resultate eine größere Bedeutung innerhalb des Teams ein, hat der Spartenleiter festgestellt. Und im Grunde sei das auch gut so. "Unsere aktuelle E-Jugend ist eine super Truppe", lobt Dismer, der mit den Jungs jedoch nicht langfristig spekuliert. Er weiß: Wenn sich in ferner Zukunft ein sportlich attraktiverer Verein meldet, ist der eine oder andere weg. Aber: "Mit unserem Konzept wollen wir zumindest verhindern, dass sie in die direkte Nachbarschaft wechseln." Warum Sudweyhe oder Dreye, wenn man auch in Lahausen prima kicken kann? "Wir wollen den Jungs und Mädchen eine Verbundenheit zum TSV vermitteln", sagt Rainer Dismer - schon beginnend im Fußballkindergarten. Und manchmal trägt das TSV-Feeling auch erst mit Verzögerung Früchte. Gunther Köhler spielte jahrelang für die Alten Herren des TV Stuhr. Jetzt ist er gewechselt - zum TSV Weyhe-Lahausen. Ein echter "Big Lion". Sogar ohne T-Shirt. Ein Ballschulkurs des TSV Weyhe-Lahausen steht schon wieder unmittelbar nach den Winterferien auf dem Programm - und das immer montags von 14 bis 16 Uhr in der Grundschul-Sporthalle Lahausen. Geleitet wird das Ganze vom erfahrenen Trainer Jörg Kemmling. Nähere Informationen gibt’s im Internet auf der Homepage www.tsv-weyhe-lahausen.de.
Last changed: 02.01.2009 at 00:00:00 zurückKommentareKommentar hinzufügen |
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