Quelle Weser Kurier:
"Das zweite Jahr ist immer das schwerste" - so spricht sie, die Phrase. Beim TSV Weyhe-Lahausen bewahrheitete sich das wie folgt: Im Jahr eins nach dem Aufstieg Platz fünf, in der zweiten Saison Rang 16 und damit der Abstieg. Gründe für den krassen Unterschied findet Trainer Jörg Amrhein sofort. "Die sind vor allem personeller Natur", sagt der erfahrene Übungsleiter. Neun Leute verließen den TSV vor der Serie 2008/2009, darunter Leistungsträger wie Schlussmann Nils Ruscher, Sven Mennicke und Jörg Arnebold. Im Winter verabschiedete sich auch noch Marcel Wittrock. "Mit so einem Aderlass habe ich nicht gerechnet", gibt Amrhein zu. Ziemlich zielstrebig trat diese reduzierte Truppe den Weg in den Tabellenkeller an, den sie nicht wieder verließ. Auch die Rückrunden-Zugänge brachten nur einen kurzen Aufschwung. Die Konsequenz: Der TSV Weyhe-Lahausen wird verjüngt und auf eine breitere Basis gestellt. Die A-Junioren Torben Bödemann, Philipp Hammel und Torben Wiegmann stoßen zum Kader der Herren-Erstvertretung. Von außerhalb erhält der TSV mit Marco Greimann (TSV Okel, Torwart), Christoph Lilienthal (TSV Barrien. Torwart), Dominik Jacobi (SV Dreye, Mittelfeld), Murat Gövis (SV Dreye, Mittelfeld), Manuel Nischke (Brinkumer SV II, Stürmer) eine wahre Frischzellenkur. Einzig Andreas Patty (eigene Altherren) bringt ein gerütteltes Maß an Erfahrung mit. "Er ist heiß und will noch einmal angreifen", freut sich Amrhein über den Routinier. Zumal mit Mario Paix (private Gründe), Ole Neumann (gesundheitliche Gründe), Sebastian Gehling (Umzug nach Düsseldorf), Michael Segers (Karriereende) und Frank Sieling (eigene Zweitvertretung) auch fünf Spieler gehen werden. Ein astreiner Umbruch also. "Das hätten wir vielleicht schon vor dieser Saison machen sollen", ärgert sich Amrhein. Überhaupt hat es dem Coach ein wenig die Laune verhagelt. "Ich habe mich von der Begeisterung der Verantwortlichen anstecken lassen", schaut Amrhein zurück. Doch dann wuchsen und wuchsen die Probleme. Zu der frustrierend verlaufenen Serie kommt auch noch die Unwilligkeit der Akteure aus der Zweitvertretung, in der Ersten mitmachen zu wollen. "Ich bin der Meinung, dass die besten Fußballer eines Vereins in der Ersten spielen sollten", so Amrhein. Doch das scheint in Lahausen anders zu sein, "das hat mich überrascht.". Amrhein will leistungsorientierten Fußball anbieten, "ich will den Spielern etwas beibringen". Leute wie Ahmed Hossein und Aljoscha Klatte, "auf die hab’ ich Bock". Mit dem neuen Co-Trainer Jörg Kemmling hofft Amrhein, die Breitensportmentalität aus dem TSV herausklopfen zu können. "Und das war von Anfang an auf zwei Jahre angelegt." Aber das zweite Jahr ist ja bekanntlich schwerer . . .
Last changed: 01.07.2009 at 09:40:05 zurückKommentare
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